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Das Master System von Sega hatte gegen Nintendos' Famicom (aka NES) in Japan immer einen schweren Stand. Auch wenn Segas' 8-Bitter durch seinen späteren Release technisch überlegen war, erkämpfte sich Nintendo mit geballter Spielepower scheinbar uneinholbar die Spitzenposition. Zu den beliebtesten Games auf dem Famicom zählten neben Jump & Runs ala Super Mario die Rollenspiele von Enix (Dragon Quest) und Square (Final Fantasy), die Mitte der 80'er einen regelrechten RPG-Boom auf dem Konsolenmarkt auslösten. Da Sega Nintendo den Markt nicht kampflos überlassen wollte, brachten sie 1988 mit dem ersten Phantasy Star-Teil das beste Sega-RPG der ersten (japanischen) Konsolengeneration heraus.
Beim Spielprinzip nahmen sich die Phantasy Star-Programmierer erfolgreiche Genre-Kollegen zum Vorbild, mischten ein paar Innovationen unter und fügten alles zu einem spannenden Sci-Fi Szenario zusammen. Grafisch entschied man sich für einen Mix zwischen 2D & 3D. In Städten und auf der Oberwelt herrscht noch die aus DQ & FF bekannte Vogelperspektive, die einen guten Überblick über das Geschehen gibt. Sobald man aber ein Geschäft betritt, mit anderen Personen spricht u.s.w., wird auf ein 3D-Standbild umgeschaltet, welches die Gesprächs- & Handelspartner ins das rechte Licht rückt. Ähnlich sieht es auch in den optisch gelungenen Kampfsequenzen aus, die man aus der Ego-Sicht bestreitet. Man bekämpft viele verschiedene Monster vor schön gemachten Hintergründen, leider werden gleichartige Monstergruppen nur als ein Gegner präsentiert, was machmal zur Verwirrung führen kann. Ähnlich sieht es auch in den zahlreichen Dungeons aus, die Ultima-like in einer scrollenden 3D-Perspektive durchsucht werden. Zwar steigert dies die Atmosphäre, fordert aber vom Spieler einen guten Orientierungsinn, um sich in den verwinkelten Labyrinthen nicht ständig zu verlaufen. Trotz dieser vielen verschiedenen Elemente stellt sich nach kurzer Zeit ein flüssiger Spielablauf ein.
Technisch ist Phantasy Star ordentlich gelungen, grafisch wird insb. in den 3D-Abschnitten was fürs Auge geboten. Nicht ganz kommt da der Düdelsound mit, der oft ein wenig unmotiviert vor sich hin plätschert, auf dem Master System ist in der Hinsicht mehr möglich. Die Story hingegen ist auf hohem Niveau. Die sympathische Heldin Alys will den Tyrannen Lassic zur Strecke bringen, dessen Schergen ihren Bruder Nero auf dem Gewissen haben. Neben vielein kleineren Rätseln sorgen auch Sci-Fi-typische Elemente wie z.B. Weltraumflüge für Abwechslung vor der Konsole (auch wenn selbige seit Ultima nichts neues mehr sind, hehe. ;)
Alles in allem kann man sagen, dass selbst Jahre später sich ein Ausflug in das Algol-Sonnensytem auf dem Master System lohnt, zudem die deutsche Version für damalige Verhältnisse aufwendig lokalisiert wurde, sprich ein komplett deutsches Extra-Handbuch beigelegt wurde. Wer sich als Sammler für das erste Phantasy Star interessiert hält Ausschau nach der äußerst seltenen Mega Drive-Fassung, die nur in Japan auf den Markt kam (und heutzutage entsprechend teuer gehandelt wird). Auch Saturn-Fans müssen nicht in die Röhre schauen, denn dort ist PS natürlich in der exzellenten (& wieder japan-exklusiven) Phantasy Star Collection vertreten.
Fazit : Trotz biblischem Videospiel-Alter macht Phantasy Star überraschenderweise immer noch eine gute Figur, das Spiel hat immer noch das gewisse Etwas was vielen Genre-Kollegen aus der Ära mttlerweile abhanden gekommen ist. Von der spielerischen und technischen Seite aus wohl die 8-Bit Referenz ist Phantasy Star auch heutzutage für einen kleinen Nostalgie-Trip gut und ein Highlight für die eigene RPG-Sammlung. Ein aufgewertetes Remake soll übrigens 2006 für die PS2 im Rahmen einer neuen PS2-Phantasy Star-Collection kommen.
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